Jagdhundetraining ist kein Zusatzfach, das man neben Sitz und Platz belegt. Es ist die Antwort auf eine einfache Tatsache: Dein Hund wurde für eine Aufgabe gezüchtet, und dieser Trieb verschwindet nicht, weil er im Wohnzimmer liegt. Er sucht sich ein Ventil – im Revier oder auf dem Spaziergang.

Ich arbeite seit fast zwanzig Jahren mit jagdlich motivierten Hunden. Mit Jägern, die ihren Hund prüfungssicher und jagdpraktisch führen wollen. Und mit Menschen ohne Jagdschein, deren Hund jagt und die einfach wieder entspannt spazieren gehen möchten. Das Ziel ist unterschiedlich, das Prinzip ist dasselbe.

Was Jagdhundetraining von normalem Hundetraining unterscheidet

In einer guten Hundeschule lernt dein Hund, was du von ihm möchtest. Beim Jagdhundetraining kommt eine zweite Größe dazu: das, was er selbst möchte – und zwar sehr stark. Wild riecht besser als jedes Leckerli, und Hetzen belohnt sich selbst, ohne dass du etwas dazutun musst.

Deshalb tragen die üblichen Rezepte hier nur begrenzt. Ein Rückruf, der auf dem Hundeplatz sitzt, sagt wenig darüber aus, was passiert, wenn dein Hund eine warme Spur in der Nase hat. Training, das im Gelände hält, muss genau dort aufgebaut werden: unter Reiz, in Etappen, mit Kriterien, die dein Hund auch erfüllen kann.

Und es heißt nicht, den Trieb abzustellen. Das geht nicht, und es wäre auch nicht wünschenswert. Es heißt, ihn in Bahnen zu lenken, in denen er für euch beide funktioniert.

Deutsch-Kurzhaar auf einem herbstlichen Waldweg

Für Jäger und für Nichtjäger – zwei Wege, ein Prinzip

Wer seinen Hund jagdlich führt, braucht ein Tier, das im Revier zuverlässig arbeitet: Ruhe am Stand, sauberes Apportieren, Verlorensuche, Wasserarbeit, im besten Fall eine bestandene Prüfung. Wie das aussieht, steht auf der Seite Jagdhundeausbildung für Jäger.

Wer keinen Jagdschein hat, braucht dasselbe Fundament – nur mit einem anderen Ziel dahinter: ein Hund, der Wild wahrnimmt und trotzdem ansprechbar bleibt. Darum geht es auf der Seite Jagdhundetraining für Nichtjäger.

In beiden Fällen arbeiten wir mit denselben Bausteinen. Nur die Reihenfolge und die Gewichtung sind andere.

Woran wir arbeiten

Rückruf unter Jagdreiz. Der wichtigste Baustein und der, an dem die meisten scheitern – weil er unter Ablenkung aufgebaut werden muss, nicht im Wohnzimmer. Ausführlich nachzulesen im Ratgeber Rückruf trotz Jagdtrieb.

Impulskontrolle. Die Fähigkeit, einen Reiz wahrzunehmen und trotzdem nicht sofort zu handeln. Sie entscheidet, ob dein Hund im entscheidenden Moment noch erreichbar ist. Mehr dazu unter Impulskontrolle beim Jagdhund.

Orientierung im Freilauf. Kontakt halten, sich rückversichern, in Reichweite bleiben. Das ist kein Kommando, sondern eine Gewohnheit – und die baut man über Wochen auf, nicht an einem Wochenende.

Auslastung, die den Trieb kanalisiert. Apport, Spurarbeit, Nasenarbeit. Nicht mehr Bewegung, sondern die richtige. Warum Bällchenwerfen dabei das Gegenteil bewirkt, steht unter Jagdhund auslasten ohne Ballspiele.

Prüfungsvorbereitung. Für jagdlich geführte Hunde: VJP und HZP – mit dem, was in der Praxis wirklich zählt.

Deutsch-Kurzhaar arbeitet im Abendlicht auf dem Feld

In welchen Formaten wir arbeiten

Trainingsurlaub. Fünf Tage am Stück, täglich Training mit Ruhephasen dazwischen. Das Format mit dem größten Effekt, weil Wiederholung und Festigen in derselben Woche passieren. In Oberbayern oder in Ungarn.

Einzeltraining vor Ort. Ein präzises 1:1 für euren Alltag, mit klaren Aufgaben für die Zeit danach. Zum Einzeltraining.

Wochenendseminare on Tour. Ich komme in eure Region, kleine Gruppen, echtes Gelände. Zu den Terminen on Tour.

Online lernen. Webinare und Kurse für alle, die erst einmal verstehen wollen, bevor sie buchen – oder zwischen den Trainingseinheiten weiterarbeiten möchten. Zur Jagdhundeurlaube Akademie.

Wer dahintersteht

Ich bin Josi Schwarz, geprüfte Hundetrainerin mit Jagdschein. Ich kenne das Verhalten, um das es hier geht, nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus dem Revier – und ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn derselbe Hund im Alltag neben einem Kinderwagen laufen soll. Mehr über meinen Weg und meine Haltung: Über mich.

Jagdhund apportiert einen Stock aus dem Wasser

Fragen & Antworten

So früh wie möglich ist am einfachsten, aber es ist nie zu spät. Beim Junghund legst du das Fundament, bevor sich Jagen verfestigt hat. Beim erwachsenen Hund dauert es länger, weil eine eingeübte Selbstbelohnung im Weg steht.

Nein. Ein großer Teil meiner Kunden hat keinen und wird auch keinen machen.

Nein. Entscheidend ist nicht das Papier, sondern das Verhalten. Wenn dein Hund stöbert, hetzt oder Spuren verfolgt, ist er hier richtig – auch als Mischling aus dem Tierschutz.

Erste Veränderungen siehst du meist innerhalb weniger Wochen. Bis Verhalten unter Reiz zuverlässig sitzt, vergehen Monate. Wer dir etwas anderes verspricht, verkauft dir etwas, das es nicht gibt.

Beides gibt es. Im Trainingsurlaub arbeiten wir vormittags einzeln oder in kleinen Gruppen, je nach Format und Thema.

Der einfachste Einstieg ist ein kostenloses Erstgespräch: fünfzehn Minuten, in denen wir klären, wo ihr steht und welches Format zu euch passt.

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